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Goldschluck

Warum Werte im Verdauungstrakt vernichten? Schmuck oder Konzeptkunst? Kaum eine Schmuckkreation regt so heftige Diskussionen an wie «Goldschluck» des Grafikers Raoul Schweizer und des Goldschmieds André Schweiger. Gemeinsam haben sie eine Schmucklinie samt hoch gestylter Präsentationsvitrine entworfen, welche unser etabliertes Wertesystem gründlich auf den Kopf stellt. Was zuvor stolz am Hals oder am Handgelenk getragen wurde, soll nun einverleibt werden: echtes Gold mit einem Warenwert zwischen 500 und 2000 Franken. Es kann in zwölf exquisit gestalteten Kapselformen verabreicht werden, welche in edlen, klinisch reinen Verpackungen stecken. Die beiden Gestalter postulieren das «Goldschlucken» als neues Ritual, das fast einer Ersatzdroge gleicht. Doch lassen sich Rituale neuerdings sogar auf dem Reissbrett entwerfen? Bewundernswert ist an der radikal durchdachten Idee, dass kaum zu entscheiden ist, wie viel Ironie denn nun in dem ambivalenten Projekt steckt. Um Witz und Erfindungsreichtum jedenfalls sind die vollmundigen, medientauglichen PR-Texte, Beipackzettel und Produktenamen jedenfalls nicht verlegen. So lassen wir das sattsam bekannte 'Nr. 5' von Chanel hinter uns und bewundern den neuen, von Schweiger und Schweizer kreierten Fetisch, der einen veritablen Goldrausch verspricht: 'Schnell Nr. 5', das sind 22 Gramm echtes Gold in Rosenwasser, die nur darauf warten, verschluckt zu werden. Die Gestalter suggerieren, dass «Goldschluck» konsumiert werden dürfe, ganz ohne an den moralischen Zeigefinger zu denken. Angesichts von Hunger und Elend in der Welt regt sich rasch Einspruch gegen solcherlei leichtfertige Behauptung. Immerhin leistet das intelligent ausgeheckte Projekt «Goldschluck» so einen radikalen und ausgesprochen provokativen Beitrag in der Diskussion um das sich heute zusehends erodierende Werteverständnis.
 Text Peter Stohler | GOLDSCHLUCK: 2004 Gewonnener Wettbewerb FLUX Designbiennale Luzern | 2005 Eidgenössischer Förderpreis für Design Schweiz | 2005 Ausstellung im Stedeliijk Museum Amsterdam, Geel Metalliek Goud voor Robert Smit |

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